Polfilter

by nilsarne

Wie viele sicherlich schon gesehen haben, gibt es im Handel eine große Zahl an Filtern. Früher kamen noch weitere wie Farb- und Effektfilter hinzu. Diese sind aber im Zeitalter der digitalen Fotografie zum größten Teil ausgestorben.
Einer davon ist z.B. der Polarisationsfilter.Allgemein kann man sagen, dass Polfilter die Oberflächenreflektion ausschalteten.
Zum Verständnis bedarf es hier eines kleinen Exkurs.

Exkurs

Licht besteht aus einer Welle mit verschiedenen Wellenlängen, die wiederum bei uns im Auge dann einen entsprechenden Farbreiz verursachen.
Wie es aber so oft ist, geschieht das Schwingen nicht nur in einer Ebene, sondern in allen Orientierungen  im Raum.

Wenn also dieses Bündel an Wellen auf eine Oberfläche und dringen teilweise in den Stoff ein. Dort wird ein Teil absorbiert und anschließend wieder remittiert. Der restliche Anteil wird aber (insbesondere an glänzenden Oberflächen) reflektiert. (An dieser Stelle soll gesagt sein, dass es auch Leute gibt, die meinen es gebe keine Oberflächenreflektion auf matten Oberflächen.) Die remittierten Strahlen haben jedoch eine andere Orientierung im Raum. Somit kann man sie teilweise „aussieben“.

Illustration

Quelle: Handbruch der Printmedien, Kipphan, Springer Verlag

In dem Beispiel wird mit zwei Filtern gearbeitet, welches bei der Fotografie jedoch nicht möglich ist. Das Funktionsprinzip ist jedoch identisch.

Anwendung in der Fotografie

Im Bereich der Fotografie hilft der Filter uns nun eben diese Oberflächenreflektionen auszuschalten. Somit werden Blätter knackig grün, Reflexe verschwinden und  Reflexionen auf Lackoberflächen und im Wasser verschwinden fast vollständig.

Dieses führt vor allem bei Sonnenschein zu wunderbaren Naturaufnahmen bei denen schärfere Kontraste und höhere Sättigungen erzielt werden. Parallel sollte man jedoch auch im Hinterkopf behalten, dass ein solcher Filter die Helligkeit (wie ein Graufilter) um etwa 1-2 Blendenwerte herabsetzt.

Bei der aktuellen modernen Fotografie mit Spiegelreflexkameras sollte man sich vorher ein paar Gedanken machen. Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Arten von Polfiltern: Lineare und Zirkulare.
Der Lineare  tut genau das wie oben beschrieben. Der Zirkulare hingegen „verwirbelt“ das Licht anschließend wieder. Dies ist bei aktuellen Kameras besonders wichtig und sinnvoll, da sonst Probleme beim Autofokus und der Belichtungsmessung auftreten können.

Polfilter gibt es mittlerweile in den verschiedensten Größen und Qualitäten. Bei der Wahl des Objektives sollte man ein Innenfokusiertes nehmen, da so die Orientierung des Filters nicht jedes mal geändert wird.
Alternativ kann man erst bequem manuell fokussieren und anschließend den Filter drehen um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Nachtrag

Endlich mal eine Lücke in den Wolken und man konnte ein paar entsprechende Vergleichfotos machen.

Ohne Polfilter:

Mit Polfilter: