Ich wünsche mir …

by nilsarne

eine Menge Sternschnuppen.

Wie jedes Jahr im August streift die Erde die Staubspur eines Kometen. Daraus resultierend gibt es zu dieser Zeit immer recht viele und schön anzusehende Kometen am Himmel. Die Perseiden werden im Volksmund auch Tränen des Laurentius genannt.

Dieses Jahr traf es als Datum mal wieder den 12. August. Was macht man also als ambitionierter Hobbyfotograf der am nächsten Tag nicht früh hoch muss? Klar, man versucht mindestens eine dieser Sternschnuppen abzulichten.

Wie macht man sowas also? Generell gibt es dabei mehrere verschiedene Faktoren:

  • Wo werden die Sternschnuppen vermehrt auftreten?
    Viele Quellen sagten für die Nacht vermehrt Sternschnuppen im Bereich des Sternbildes Perseus vorraus.  Mit Hilfe der freien Software Stellarium konnte man die Zeit ein wenig vorspulen und schauen wo in etwa Perseus ab 22:00 steht. Was für ein Glück das mein eines Fenster prima in diese Richtung (40 Grad Nord-Ost) zeigt.

Kameraaufbau

  • Wie bekommt man das nun abgelichtet?
    Nachdem ich also die Kamera auf den Himmel beim 40ten Längengrad und 20 Grad Höhe eingestellt habe konnte es losgehen.
    Das Problem mit Himmelsaufnahmen wird hier wieder durch verschiedene Faktoren beeinflusst um halbwegs brauchbare Fotos zu bekommen.
    Generell ist eine höhere Belichtungszeit von Vorteil, welches jedoch bei einem normale Stativ zu einer Unschärfe führt. Ab ca. 15sec sieht man deutlich die Bewegung der Sterne ..
    Ebenso ist ein hoher ISO-Wert von Vorteil, welcher jedoch gerade bei längeren Aufnahmen zu einem starken Bildrauschen führt.
    Für mich ergab sich dann als Setup (Canon EOS 400D + Sigma 70-300mm) eine Belichtungszeit von 10sec bei ISO 800 als guter Kompromiss um vernünftige Bilder zu schießen. Wichtig hierbei ist den Autofokus zu deaktivieren, da man eh nur immer den Himmel ablichtet.
  • Welche Taktik?
    Drauf losschießen oder manuell den richtigen Moment abwarten?
    Durch den Umstand, dass ich eine programmierbare Kabelfernbedienung habe (mit Timerfunktion) entschied ich mich fürs kontrollierte Dauerfeuer. Die Kamera wurde in den „Tv-Modus“ mit 10sec Belichtungszeit gestellt. Der Timer bekam als Aufgabe eingestellt alle 12 Sekunden eine Auslösung zu machen.

Zu beachten gibt es dann auch schon nichts mehr, da von jetzt an alles vollautomatisch abläuft. Man sollte nur dran denken jede Stunde mal nach dem Rechten zu sehen. Innerhalb der knapp 4 Stunden haben sich bei mir 2 Akkus geleert und bei 4GB Speicherkarten waren am Ende auch voll (alles RAW-Aufnahmen). Aufgehört habe ich dann jedoch auch nur weil am Ende immer mehr Wolken aufzogen und somit weitere brauchbare Fotos der Perseiden zunichte machten.
Ebenso sollte man immer mal wieder dran denken die Kamera neu auszurichten. Im nachhinein kann  man dieses aber auch vernachlässigen, da die Sternschnuppen über ein weitere Areal am Himmel zu sehen waren.

Am nächsten lag dann dieser riesige Berg an Bildmaterial vor einem und aus dem was ich selber am Abend zuvor gesehen habe, waren da einige Sternschnuppen. (Die Richtung stimmte am Ende auch nicht wirklich, da die Sternschnuppen nahezu überall waren, aber immerhin war Perseus ein kleiner Anhaltspunkt an den man sich halten konnte.

Auf vielen Fotos waren rote Leuchtspuren von Flugzeugen zu erkennen, die unverschämter Weise Quer durch die Linse flogen ..

Flugzeug

Jedoch auch eine (immerhin!!) Sternschnuppe flog mir im richtigen Moment vor die Linse.

Sternschnuppe

Verbesserungen

Sicherlich lässt sich einiges Verbessern indem man z.B. lichtstärkere Objektive nutzt. An dieser Stelle sei gesagt: Ich hab keinen blassen schimmer warum ich die Sachen nicht mit 18mm statt 70mm belichtet habe. Mit dem kleinen Objektiv hätte ich noch 2 Blenden mehr gehabt und könnte das ganze auch schon mit 6sec vernünftig belichten …
Vernünftig für längere Belichtungen wäre ein mitführendes Stativ, wie man es von vielen besseren Teleskopen kennt. So lassen sich dann 5min Aufnahmen mit ISO 50 machen, auf denen man richtig viel sehen kann.
Zu Bedenken ist auch der Standort. Lichtverschmutzung durch angrenzende Städte machen sich am Nachthimmel stark bemerkbar. Im Vergleich mit Bildern aus der Wüste in Südafrika sieht man hier in Deutschland nix ..

Weitere Infos zu den Perseiden

Stellarium – freie Astronomiesoftware